Akte FC Schalke 04
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OMG — Oh My God!

Vereinnahmt, missbraucht, instrumentalisiert, gekauft – Der FC Schalke 04 im Strom der Zeit.

Schalke im Strom der Zeit: vereinnahmt, missbraucht, gekauft

Die Popularität des Gelsenkirchener Arbeiterklubs ist früh ein gefährdetes Gut — und gerät wiederholt in die Mühlen von Politik und Funktionärs-Irrsinn.

Vereinnahmt, missbraucht, instrumentalisiert, gekauft – Der FC Schalke 04 im Strom der Zeit. Die Popularität des Arbeiterklubs aus Gelsenkirchen ist schon früh ein ebenso hohes wie gefährdetes Gut. Die unbedarften Schalker geraten in der NS-Zeit – und auch im Jahr 2001 – in die Mühlen von Politik, Propaganda und Funktionärs-Irrsinn!

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Schalke und die Nazis: Erfolgsjahre unter dem Hakenkreuz

Zwischen 1934 und 1942 dominiert Schalke den deutschen Fußball — und Kapitän Fritz Szepan schüttelt 1937 Adolf Hitler die Hand.

Schalke 04 und die Nazis: Gefährliches Spiel – die erfolgreichsten Jahre des FC Schalke 04 fallen in die Zeit des Nationalsozialismus. Zwischen 1934 und 1942 steht die Mannschaft jedes Jahr mindestens im Meisterschafts- oder Pokalfinale und erwirbt sich eine riesige und bis heute ungebrochene Popularität in ganz Deutschland. Die Erfolge der Mannschaft um Ernst Kuzorra und Fritz Szepan werden von den totalitären Machthabern in Deutschland ideologisch ausgeschlachtet.

Die Spieler werden instrumentalisiert oder sie lassen sich bewusst einspannen. Ganz eindeutig lässt sich dieses nicht mehr klären. Aber: Die Meisterschaftsendspiele und der Kampf- und Teamgeist der Spieler werden propagandistisch in den Vordergrund gestellt.

Im Oktober 1937 wird die Meistermannschaft anlässlich der Geburtstagsfeier von Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten vom Führer empfangen, Kapitän Szepan schüttelt Adolf Hitler die Hand. Obwohl in den ersten Kriegsjahren die Spieler noch vom Frontdienst für Spiele freigestellt werden, kann nach 1942 nicht mehr von einem normalen Spielbetrieb die Rede sein. Die Schalker Elf macht stattdessen mehrmals Reisen durch besetzte Länder zur „Truppenbetreuung“, gespielt wird dabei gegen Soldatenmannschaften.

Die Schalker Spieler Hermann Eppenhoff, Rudolf Gellesch und Otto Tibulski gehören – u. a. neben dem deutschen Fußball-Idol Fritz Walter (1920 – 2002) im Jahr 1942 auch zu den Kickern, die im Spielfilm “Das große Spiel” mitwirken. Darin laufen auch UFA-Stars wie Gustav Knuth, René Deltgen und Heinz Engelmann (Haie und kleine Fische) auf.

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Bundesliga-Skandal 1971: 0:1 in Bielefeld für 2.300 Mark

Schalke verliert am 3.4.1971 absichtlich gegen Arminia Bielefeld — Klaus Fischer, Fichtel, Libuda und Rüssmann landen vor Gericht.

Schalke und der Bundesliga-Skandal - schmutziges Spiel: Im Jahr 1971 ist der FC Schalke 04 in den Bundesliga-Skandal verwickelt. 1971 absichtlich 0:1 verloren. Zahlreiche S04-Profis, auch die Nationalspieler Klaus Fichtel, Klaus Fischer, Reinhard Libuda und Rolf Rüssmann landen auf der Anklagebank – und kassieren teilweise empfindliche Sperren.

Außerdem beteiligt sind Hans-Jürgen Wittkamp, Herbert Lütkebohmert, Manfred Pohlschmidt, Hans Pirkner, Jürgen Sobieray, Dieter Burdenski, Klaus Senger, Jürgen Galbierz und Heinz van Haaren. Sie alle haben gegen Arminia Bielefeld gegen relativ geringe Bezahlung und - wie es Klaus Fischer in dem Buch "Ata, Ennatz, Susi, Yyyves" von Kai Griepenkerl im Jahr 2012 erklärt - als „Gefallen für Waldemar Slomiany (einem von Schalke zu Arminia Bielefeld gewechselten Spieler)“ absichtlich verloren. Schöner Freundschaftsdienst! “ Im April 1972 beeiden 14 Schalke-Spieler, nichts von einem verschobenen Spiel gegen Bielefeld gewusst zu haben. ,,Da es Meineide waren, stehen über 10 Jahre Zuchthaus auf dem Spiel“, fürchtet die WAZ. ,,Es ist eine von vielen Schalker Verzweiflungskationen“, schreibt Gerd Voss.

Mit der Aufhebung der meisten Schalker Sperren durch den DFB im Januar 1974 ist die Sache nicht ausgestanden. Die Staatsanwaltschaft Essen erhebt im April gleichen Jahres Anklage gegen Schalker Spieler und Funktionäre wegen Meineids. Der Prozess-Marathon beschäftigt bis Ende 1977 die Gerichte.

Jahre später meint Klaus Fischer, der sich über Jahrzehnte nicht zum Skandal geäußert hat: „Mein Gott, was waren wir damals dumm. 300 Mark pro Mann ein Spiel zu verlieren, blöder kann man nicht sein.

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Champions League am 11.9.2001: Schalkes Debüt im Schatten des Terrors

Während in New York die Türme fallen, lässt die UEFA Schalke gegen Panathinaikos (0:2) spielen — Assauer bittet vergeblich um Absage.

Champions League an 9/11: Unwürdiges Spiel. 11. September 2001, der Tag, der die Welt verändert. Terror-Anschläge auf die USA fordern mehr als 3.000 Todesopfer.

An Fußball ist eigentlich nicht zu denken. Die UEFA handelt jedoch nach dem Motto ,,The show must go on“ und lässt den angesetzten Champions-League-Spieltag vonstattengehen. Schalke 04 muss zuhause gegen Panathinaikos Athen (0:2) spielen.

Das erste Champions-League-Match der Klubgeschichte wird zur Farce. Schalke-Coach Huub Stevens erinnert sich später in seiner Autobiographie “Niemals aufgeben” an diesen schicksalhaften Tag. ,,Ich dachte zunächst, es würde sich um einen Science-Fiction-Film handeln“, schreibt der Niederländer, ,,der Ober erklärte uns, dass das kein Film sei, sondern die Wirklichkeit, ein Anschlag auf die Twin Towers in New York. Die Spieler versammelten sich alle vor dem Fernseher und die Stimmung rutschte sofort in den Keller. (…) Rudi Assauer meldete sich umgehend bei der UEFA und bat darum, das Spiel abzusagen.

Denn wie wollte man in dieser Situation an Fußball denken? Erstaunlicher Weise sah das die UEFA anders. (…) Ich nehme an, dass der UEFA das Ausmaß der Anschläge noch nicht bewusst war, sonst hätte sie alle Spiele abgesagt.“

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Schalke auf der Leinwand: „Fußball ist unser Leben" (2000)

Tomy Wigands Komödie mit Uwe Ochsenknecht, Assauer, Stevens, Eigenrauch, Thon und Büskens wird zur Proleten-Posse mit Perücke.

Schalke auf der Leinwand? Albernes Spiel! Deutschland, deine Fußball-Filme – nicht immer ein Oscar-reifes Vergnügen!

Das gilt auch für “Fußball ist unser Leben” von Tomy Wigand aus dem Jahr 2000. Der Film thematisiert das Leben und das Leiden von ,,Hans Pollack“ alias Uwe Ochsenknecht und seiner Fan-Kollegen mit und für den FC Schalke 04. Rudi Assauer, Huub Stevens, Kult-Betreuer Charly Neumann sowie die S04-Spieler Yves Eigenrauch, Olaf Thon und Mike Büskens versuchen schauspielerisch zu glänzen. Die Stadion-Szenen stammen aus den Heimspielen – damals noch im Parkstadion – gegen Eintracht Frankfurt (2:3) und den 1. FC Kaiserslautern (0:2) aus der Saison 1998/99. Heraus kommt, wie Prisma Online befindet, ,,noch ’ne „Proleten“-Komödie mit dramatischen Zügen. Die Perücke von Uwe Ochsenknecht ist genau so hingebastelt wie viele nervige Details der Story.“

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Kuzorra zweimal beerdigt: Eichbergs Bahamas-Verspätung

Am Neujahrstag 1990 wird Ernst Kuzorra beerdigt — und weil Präsident Eichberg drei Stunden zu spät kommt, wiederholt Charly Neumann die Kranzniederlegung.

Das zweite Begräbnis des Ernst Kuzorra: Ein Possenspiel. Das gibt es wohl nur auf Schalke! Am Neujahrstag 1990 trauert ,,Königsblau“ um einen seiner größten Spieler.

Ernst Kuzorra ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Jener Kuzorra, der so einzigartige Weisheiten hinterlassen hat wie: ,,Da lauf ich mit dem Ball nach vorne und hab nich‘ gewusst, wohin damit. Da hab ich ihn reingewichst.“ Die Beisetzung findet auf dem Friedhof Rosenhügel statt, Pfarrer Hans-Joachim Dohm hält die Trauerrede, gut 1.000 Menschen nehmen Abschied.

Denken alle! Nur Schalke-Präsident, der Klinik-Besitzer Günter Eichberg (,,Professor Brinkmann“ / † 2018), der eigens seinen Urlaub auf den Bahamas unterbrochen hat, kommt drei Stunden zu spät und schafft es nur noch zum Leichenschmaus. Schalke-Betreuer Charly Neumann lässt deshalb die Kranzniederlegung am Grab Kuzorras in kleiner Runde einfach wiederholen.

BILD schreibt tags darauf: ,,Das gibt es nur bei Königsblau – Kuzorra zweimal beerdigt!“

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12
von 100

S04 — Financial Stability Score

RisikoTraditionsclub mit 62.000er Ar…
Platz 22 der Bundesliga · Liga-Ø 58

Schalke ist das abschreckende Beispiel der Liga: Von CL-Halbfinale (2011) zu -104 Mio EK. Der Club zeigt was passiert wenn alle Minsky-Risiken gleichzeitig eintreten: Gehaltsexzesse, Transferfehler, Abstieg, COVID. Die Erholung dauert ein Jahrzehnt.

Tönnies, Negativrekord, Trikot-Demütigung

Vier Stationen einer Selbstdemontage zwischen 2019 und 2021: vom rassistischen Aufsichtsratschef über 30 sieglose Bundesligaspiele und einen Trainer mit Koffer bis zu Fans, die abgestiegenen Profis die Trikots vom Leib fordern.

Tönnies-Skandal: Rassistische Äußerungen in Paderborn 2019

Auf dem „Tag des Handwerks" im August 2019 äußert sich Clemens Tönnies rassistisch über Afrikaner — der Rücktritt folgt erst im Juni 2020.

Im August 2019 hält Clemens Tönnies, damals Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04, eine Rede beim Tag des Handwerks in Paderborn. Darin äußert er, man solle „jährlich 20 Kraftwerke in Afrika" finanzieren — „dann hören die Afrikaner auf, Bäume zu fällen, und dann hören sie auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Der Aufschrei ist überregional und überparteilich: Antirassismus-Beauftragte, Politiker und Fans fordern Tönnies' Rücktritt. Die Schalke-Ehrenrats-Sitzung verhängt eine dreimonatige Sperre, lehnt aber eine endgültige Entlassung ab. Im Juni 2020 — nach weiteren Skandalen rund um Tönnies' Fleisch-Konzern und Corona-Ausbrüche bei seinen Mitarbeitern — tritt Tönnies dann von sich aus als Aufsichtsratschef zurück. Die Episode markiert das Ende seiner Vereinsmacht.

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30 Spiele ohne Sieg: Schalkes Bundesliga-Negativrekord

Tasmania Berlins „Rekord" aus 1965/66 wird pulverisiert — von einem Klub, der 2019 noch in der Champions League stand.

30 Spiele ohne Sieg — der Bundesliga-Allzeit-Negativrekord. Tasmania Berlins „Rekord" aus der Saison 1965/66 wird pulverisiert. Ein Verein, der noch 2019 in der Champions League gespielt hatte, stellt den Negativrekord aller Zeiten auf.

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Christian Gross und der Koffer voller Zuversicht

Bei seiner Vorstellung im Dezember 2020 hält der neue Trainer einen Koffer hoch — drin: Überzeugung, Zuversicht, Glaube. Punkte: keine.

Christian Gross übernimmt am 27. Dezember 2020 als Cheftrainer den abstiegsbedrohten FC Schalke 04 — mitten in einer historischen Sieglos-Serie von 30 Bundesliga-Spielen. Der Schweizer Trainer kommt mit ungewöhnlicher Pressekonferenz: Auf der Bühne öffnet er einen Koffer, gefüllt mit Zuversicht, Glaube und Überzeugung — symbolisch für die seelische Aufrüstung der Mannschaft.

Der Symbolakt scheitert sportlich. Schalke gewinnt unter Gross nur ein einziges Spiel (1:0 gegen Hoffenheim am 9. Januar 2021), bevor er nach 13 Spielen am 28. Februar 2021 entlassen wird. Der Abstieg ist da längst beschlossene Sache. Der „Koffer voller Zuversicht" bleibt als sarkastisch zitiertes Internet-Meme der Schalker Krise haften.

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Abstieg 2021: Fans zwingen Spieler aus den Trikots

Nach dem Abstieg umringen Anhänger den Mannschaftsbus und fordern, dass die Profis ihre Trikots ausziehen — einige gehorchen.

Nach dem Abstieg 2021 eskaliert die Situation. Fans umzingeln den Mannschaftsbus. Spieler werden aufgefordert, ihre Trikots auszuziehen. Einige tun es. Es sind Bilder der Demütigung, die um die Welt gehen.

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Häufige Fragen

Welche Skandale gab es bei Schalke?
FC Schalke 04 hat einige denkwürdige Skandale und Kontroversen erlebt, die im OMG-Kapitel dokumentiert sind.
Was sind die unglaublichsten Geschichten über Schalke?
Von Finanzkrisen bis zu kuriosen Zwischenfällen — die unglaublichsten Geschichten rund um FC Schalke 04.
Gab es Finanzprobleme bei Schalke?
Schalke war 2019 noch in der Champions League und stürzte bis 2021 in den Abstieg mit dem Bundesliga-Negativrekord von 30 Spielen ohne Sieg. Auch der Bundesliga-Skandal 1971 mit Bestechungsgeldern von nur 2.300 Mark pro Spieler zeigt: Geld war auf Schalke oft Reibungspunkt, nicht Lösung.
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