Reinhard „Stan“ Libuda ist eine Legende im Ruhrpott, eine Art deutscher Garrincha. Und das sowohl bei Schalke 04 als auch bei Borussia Dortmund. Seine Karriere beginnt der Rechtsaußen in der Jugend von Gelsenkirchen, ehe er 1961 in den Profikader aufsteigt und zum Schalker Publikumsliebling avanciert. 1965 wechselt Libuda zum Erzrivalen nach Dortmund. Dort schießt er mit der berühmtesten Bogenlampe Deutschlands den BVB 1966 zum Europapokal der Pokalsieger. Zwei Jahre später geht er wieder zurück zu Schalke 04 und führt die Knappen als Kapitän 1972 zum DFB-Pokalsieg. 1970/71 macht er den Fehler seines Lebens. Libuda und seine Schalker Teamkollegen lassen sich im Sog des Bundesliga-Bestechungsskandals kaufen! Der Super-Techniker wird zunächst auf Lebenszeit gesperrt und dann 1973, nach einem Jahr im Exil bei Racing Straßburg, begnadigt. Die Zeit nach dem Fußball verläuft für Libuda weniger glücklich. Lange Zeit, vor allem nach der Trennung von seiner Ehefrau, lebt er zurückgezogen in Gelsenkirchen-Haverkamp.
Da er am Anfang seiner Karriere seine Lehre zum Maschinenschlosser abgebrochen hat, findet er keine Arbeit, bevor er mit Hilfe von Rolf Rüssmann einen Job bei der Thomas-Gruppe, einer Papierveredlungsfirma im Haverkamp, bekommt. Einige Jahre betreibt er danach den von Ernst Kuzorra übernommenen Tabakladen auf der Kurt-Schumacher-Straße in Schalke, er übergibt diesen später an Heinz van Haaren. Wegen einer schweren Erkrankung an Kehlkopfkrebs lässt sich Libuda 1992 operieren. Er stirbt 1996 mit 63 Jahren an einem Schlaganfall – viel zu früh. Er ist der erste Spieler der Mannschaft aus dem WM-Jahrhundertspiel von 1970 (Deutschland vs. Italien 3:4), der verstirbt. Die Beisetzung findet auf dem Ostfriedhof von Gelsenkirchen statt. Zu Stan Libuda gibt es eine Reihe von Anekdoten, amüsante und traurige, die es wert sind, kurz erzählt zu werden.