Das Meisterteam-Team um Bernie Klodt lebt ebenfalls mehr von der Ballzirkulation als von der Maloche kantiger Kerle, wie der Autor Christoph Biermann in seinem Buch „Wenn wir vom Fußball träumen“ zu berichten weiß. „Bergleute, Stahlwerke, das war harte Arbeit, daher kam der Glaube, hier werde auch verbissen und hart gespielt“, erzählt der Meisterspieler Willi Koslowski dem Autor. Doch dem ist nicht so.
Und das ist auch in der Tradition des Ruhrgebietsfußballs tief verankert. Denn da gibt es sowohl den „Pöhler“ als auch den „Fummler“. Während in Nordwestdeutschland ein Pöhler Bälle lang und weit nach vorne „pöhlt“ und den Fußballer mit dem härtesten (unkontrollierten) Schuss verkörpert, gilt der Pöhler im Ruhrgebiet als hoch angesehener Straßenfußballer, der durchaus mit allen technischen Fähigkeiten ausgestattet ist, sich aber voll und ganz in den Dienst der Mannschaft stellt.
Anders als der „Fummler“, der aus dem (hart und ehrlich arbeitenden) Kicker-Kollektiv heraussticht, aber als eigensinniger Schönspieler verschrien ist.