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Hater Für die Hater — Peinliche Katastrophen

Vier Minuten im Mai 2001: Die kürzeste Meisterfeier der Bundesliga

Nach 4:38 Minuten Meisterjubel reißt Patrik Anderssons Freistoßtor in der Nachspielzeit beim HSV den Titel zurück nach München.

Vier Minuten im Mai: Kaum ein Meisterfinale hat die Fußball-Bundesliga mehr bewegt als der 34. Spieltag am 19. Mai 2001. Nach einem 5:3 (2:2) -Erfolg in einem vogelwilden Spiel mit 0:2- und 2:3-Rückstand gegen die Spvgg. Unterhaching wähnt sich Schalke nach dem Schlusspfiff als Deutscher Meister. Titel-Konkurrent FC Bayern München liegt beim HSV mit 0:1 zurück. Sergej Barbarez hat für den Hamburger SV in der 90. Minute per Kopf getroffen. Was sich in den folgenden Sekunden abspielt, geht in die Liga-Geschichte ein. „HSV, HSV“ hallt es durch das Parkstadion, wo die Tore zum Innenraum sicherheitshalber geöffnet werden. ,,Sie fallen übereinander her“, kommentiert TV-Reporterlegende Werner Hansch den vermeintlichen Schalker Meisterjubel. Während auf dem Rasen des an diesem Tag ausgemusterten Gelsenkirchener Parkstadions unglaubliche Jubelszenen folgen, schickt Trainer Huub Stevens die Mannschaft aus dem Trubel in die sicheren Kabinen.

Draußen aber merken sie, dass die Partie in Hamburg noch läuft. Auf einer Großbildleinwand in der Gästekurve will die Schalker Stadion-Regie die letzten Sekunden aus der Hamburger Arena zeigen. Keine gute Idee. Schalke erlebt seine eigene fußballerische Hinrichtung. Patrik Andersson schießt in der vierten Minute der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich für den FC Bayern beim HSV und macht die Münchner doch noch zum Meister. Damit stürzt Schalke ins Tal der Tränen. Besonders bitter: Premiere-Reporter Rolf ,,Rollo“ Fuhrmann hat in den turbulenten Minuten zuvor die Falschinformation an die Schalker weitergegeben, wonach das Spiel in Hamburg zu Ende sei. Es wird die berühmteste Fake News in der Liga-Geschichte! Nach genau 4:38 Minuten endet die kürzeste Meisterfeier des deutschen Fußballs.

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